Relaunch Europa so geht’s. 500 Millionen Bürger warten darauf!

Das Pro und Contra des Brexits wurde in allen Medien ausführlich diskutiert. Es gibt kreative Überlegungen, dass Europa ein neues #Markensymbol benötigt. Die Briten versuchen, den Verfall der Währung aufzuhalten und mit Steuervorteilen Standortnachteile auszugleichen. Man sieht: Europa wurde vom #Brexit überrascht – aber werden nun auch die richtigen Fragen gestellt, um mit einem echten Relaunch #Europa für eine sichere Zukunft aufzustellen? – Relaunch bedeutet: Neustart!

Bei einem Markenrelaunch wird der Markenkern, also alles was die Marke ausmacht und wofür sie steht auf den Prüfstand gestellt, analysiert und neu überdacht! Sind die Mitgliedsstaaten dazu bereit? Oder möchten sie vielmehr die Fehler der Vergangenheit wiederholen, ihr Nationalstaatsprinzip auf die Ebene Europa einfach zu kopieren?

Was macht die Identität der einzelnen Länder aus und wieviel davon muss bewahrt werden, um die europäische Vielfalt weiter zu garantieren?

Diese Frage gibt #Experten die Möglichkeit, #Themen zu definieren und über Themen und #Projekte zu entscheiden, was länderspezifisch geregelt werden sollte und was europaweit vorgegeben werden muss! Das Problem ist vergleichbar mit dem von Großkonzernen, die ihre Filialen zentral steuern möchten. Auch sie müssen definieren, mit welchen zentralen Vorgaben Sie vor Ort noch erfolgreich sind und was regional gesteuert werden muss. Allerdings zeigt hier sofort der Umsatz, welche Maßnahmen greifen und welche nicht.

Denn sie müssen den Kunden (der für den Umsatz sorgt) in ihre Entscheidungen mit einbeziehen – und das ist das eigentliche Versäumnis Europas. Wer #Wähler wie Stimmvieh behandelt und glaubt, einsame Entscheidungen treffen zu müssen, der darf sich über die Wahlkampfführung und die Folgen in Großbritannien nicht beschweren. Die Bürger erfahren schon im alltäglichen Leben, was europaweite bzw. länderspezifische Verordnungen bedeuten. Man denke nur an das #Geoblocking!

Und damit ergibt sich die nächste fundamentale Frage:

Welche Möglichkeiten der effektiven Mitsprache durch die Bürger ergeben sich durch repräsentative und welche durch direktdemokratische Entscheidungssysteme?

Bei diesem Thema muss allen klar sein, dass man innerhalb Europas und auch innerhalb eines Landes unterschiedliche Systeme zulassen muss (was ja eigentlich bei uns schon durch die unterschiedlichen Bundesländer vorhanden ist).

Nehmen wir das Beispiel „Schule und Bildung“. Hier könnten Projekte nach „schwedischem System“, „deutschem System“ etc. entstehen. Nehmen wir weiter an, in Deutschland existieren diese zwei Einheiten und die Eltern können sich entscheiden, an welcher Einheit sie Mitglied werden wollen bzw. an welchem dieser Systeme ihre Kinder partizipieren sollen. Der Vorteil läge auf der Hand: die vorhandenen Bildungssysteme wären durchdacht, hätten einen organisatorischen Rahmen und erkennbare Profile. Sie wären nicht mehr abhängig von irgendwelchen Länderministerien, die nach Gutdünken jedes Jahr neue unausgereifte „Ideen“ in die Schullandschaft bringen. Und was noch viel wichtiger ist: diese europaweite Schul- und Bildungspolitik wäre viel bürgernäher und sorgt dafür, dass gewünschte Unterschiedlichkeit auch möglich bleibt!

Diese Idee der FOCJ (Functional, Overlapping, Competing, Jurisdictions) von Bruno S. Frey geht davon aus: „Der Nationalstaat als einzige Identität des Bürgers ist in der globalen Gesellschaft überholt.“ Gerade in der heutigen Zeit kann man nicht mehr sagen, dass alle Bürger sich ausschließlich mit den Nationalstaaten identifizieren. Aus der Konsumgüterforschung weiß man schon lange, dass sich ganz andere individuelle Cluster bilden. Der Grad der Identifikation mit den Clustern hängt von der Möglichkeit der Mitgestaltung ab. Und da sind wir nicht mehr weit von den Möglichkeiten innerhalb Europas entfernt. Dazu muss man sich allerdings die letzte und entscheidende Frage stellen:

Welche Vision hat Europa?

Europa 2020 ist die Wachstumsstrategie der EU für das kommende Jahrzehnt.
In einer Welt, die sich immer weiterentwickelt, wünschen wir uns eine intelligente, nachhaltige und integrative Wirtschaft für Europa. Diese drei Prioritäten, die sich gegenseitig verstärken, dürften der EU und den Mitgliedstaaten helfen, ein hohes Maß an Beschäftigung, Produktivität und sozialem Zusammenhalt zu erreichen.“

Diese von der Europäischen Kommission formulierte Vision für das Jahr 2020 sollte dringend noch einmal überarbeitet werden! Denn die Voraussetzung für eine gute Vision sehe ich hier nicht, es ist eine Aneinanderreihung von Schlagworten.

Eine gute Vision soll Lösungen beschreiben, die heute noch nicht möglich erscheinen! Eine gute Vision umfasst mehr als nur die wirtschaftlichen Ziele! Wo in dieser formulierten Vision spielt der Bürger eine Rolle?

Letztendlich erkennt der Bürger den eigentlichen Markenkern der EU nicht – wofür steht die Europäische Union? Die geografischen Grenzen sind kein Schicksal, sondern neue Herausforderung, wie wir schon lange durch das Internet wissen!

Bildquelle: Colourbox ID #8975709

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

w

Verbinde mit %s