Künstliche Intelligenz: Was Star Wars mit dem neuen Home Pod von Apple zu tun hat!

Während wir in Deutschland noch erklären müssen, was ein (Chat)Bot ist, legen Google, Amazon und Apple richtig los. Sprachgesteuerte Lautsprecher sind erst der Anfang! Schon heute werden über 20% der mobilen Anfragen bei Google erfolgreich über die Stimme gesteuert! Die digitalen Assistenten erobern unsere Welt? Oder sind wir doch noch nicht so weit? Und welches Marketing-Potenzial bietet diese Art der #Künstlichen Intelligenz

Erklärungsversuch über den Hype-Zyklus

Der Hype-Zyklus von Gartner beschreibt die unterschiedlichen Phasen der öffentlichen Aufmerksamkeit, die eine neue Technologie bei der Einführung durchläuft. Die Vorhersagen sind fast alle eingetroffen, angefangen von Augmented Reality bis zum 3-D-Druck!

Sieht man die Entwicklung bzw. die Vermarktung der Sprachassistenten oder der „Voice Search“ als den technologischen Auslöser (Phase 1) an, stößt gerade der Echo-Lautsprecher von Amazon auf ein großes Interesse. Mit seinem Sprachassistenten Alexa wurden alleine im vierten Quartal 2016 über 4,2 Millionen Exemplare verkauft. Der Marktanteil liegt laut eMarketer in diesem Jahr bei 70 Prozent!

Momentan befinden wir uns in Phase 2: es überstürzen sich die Berichte, ein übertriebener Enthusiasmus macht sich breit und die oft unrealistischen Erwartungen führen dazu, dass die Nutzer versuchen, die Sprachassistenten und die Künstliche Intelligenz mit verwirrenden Fragen auszutricksen. Es ist jedoch klar, dass diese Technologien noch ihre Kinderkrankheiten haben.

Erste Berichte machen sich bereits breit, dass Alexa, Siri und Cortana die Erwartungen nicht erfüllen können (Phase 3), Gartner nennt es das „Tal der Enttäuschungen“, bei dem die Berichterstattung irgendwann abnimmt.

In Phase 4 gewinnen wir durch realistischen Einschätzungen den „Pfad der Erleuchtung“, indem wir die Grenzen aber auch den Nutzen der neuen Technologie annehmen. In dieser Phase findet eine starke Weiterentwicklung statt.

In Phase 5 wird die Technologie immer solider und bereits in der zweiten und dritten Generation vermarktet. Sie erreicht damit das „Plateau der Produktivität“. Und dies wird laut Gartner noch ungefähr 2 Jahre dauern.

Von Star Wars zum Home Pod

Der Androide Data aus Star Trek oder der goldige Star-Wars-Protokolldruide C3PO – in vielen Filmen findet man intelligente, künstliche Geschöpfe! Deshalb ist es für uns auch nicht ungewöhnlich, mit künstlichen Geschöpfen wie Computern zu kommunizieren. Es macht sie für uns menschlicher, persönlicher. So engagiert zum Beispiel das Unternehmen Microsoft ein Team aus Drehbuchautoren, Lyrikern und Schriftstellern, um für seine digitale Assistentin Cortana die größtmögliche menschliche Komponente heraus zu kitzeln. Doch wie menschlich darf es denn sein?

Durch Untersuchungen hat der Robotiker Masahiro Mori festgestellt, dass es bei zu großer Menschenähnlichkeit der Computer zu einer starken Akzeptanzlücke kommt (Uncanny Valley). Die Betrachter finden teilweise völlig künstliche Figuren sympathischer als diejenigen, die besonders menschenähnlich gestaltet sind.

Der Erfolg von Yoda aus Star Wars ist auf seine teilweise unvollkommene Sprache zurückzuführen:  „Euch lebend zu sehen, mein Herz aufs Wärmste erfreut“. Fragt man nun Cortana von Microsoft, gibt Sie unumwunden zu, dass sie kein Mensch ist. Deshalb ist sie auch eine „Bürgerin des Internets“ und hat keinerlei politische Präferenzen. Oder wird der Film „Her“ doch Wirklichkeit, in welchem sich ein Briefautor in die weibliche Stimme seines Betriebssystems verliebt?

Der neue HomePod mit der Assistentin Siri von Apple spielt, wie der Echo von Amazon auch, auf Zuruf Top-Hits aus einem bestimmten Jahr, den Soundtrack eines Films oder auch nur eine Musikrichtung. Während Apple dabei auf den hauseigenen Dienst Apple Music zugreift, ist es beim Echo Amazon Music.

Wo liegen Zukunft und Potenzial von Siri, Alexa und Co.?

Alexa von Amazon, Siri von Apple, Cortana von Microsoft und Google Home sind ständig mit dem Internet verbunden, erzählen Witze, beantworten Fragen und man kann mit ihrer Hilfe sein vernetztes Zuhause steuern. Auf Zuruf wird zum Beispiel das Licht an- und ausgeschaltet, demnächst kann man auch seine Pizza bestellen. Durch die ständige Weiterentwicklung sind der Phantasie keine Grenzen gesetzt.

Das ist jedoch nicht alles: Schaut man sich die Hightech-Messe CES an, weiß man, was den Verbraucher in Zukunft erwartet. Schon in diesem Jahr haben ca. 700 internationale Unternehmen Geräte präsentiert, die mit Alexa entweder funktionieren, oder in die der Sprachassistent bereits eingebaut ist. So hat die Firma LG einen Kühlschrank mit Künstlicher Intelligenz entwickelt. Sie sorgt dafür, dass ich mich mit meinem Kühlschrank über Rezepte unterhalten kann oder meine Milch bei Amazon Fresh nachbestellen kann. Die Firma Whirlpool lässt mit Alexa demnächst seine Waschmaschinen steuern und raten Sie mal, wo ich dann die Möglichkeit habe, mein Waschpulver nachzubestellen?

Die Prognosen sind unglaublich: Das Marktforschungsinstitut Gartner geht davon aus, dass in den nächsten vier Jahren rund sieben Milliarden Geräte durch Alexa und Co. miteinander verbunden sind. Und diese Geräte sind dank Künstlicher Intelligenz über die Sprache zu steuern. Die Fragen und Antworten befinden sich dann in den Cloudsystemen – zum Beispiel von Amazon – die anhand der Daten auch Weiterentwicklungen vorantreiben. Doch hier stellt sich die nächste Frage: Wie sieht es mit dem Datenschutz aus? Denn die Geräte können über die Sprachsteuerung auch Gespräche mithören! Ist unsere Politik überhaupt darauf vorbereitet, zeitnah entsprechende Gesetze zu verabschieden, die all das regulieren? Zurzeit klingt das bei der Bundesbeauftragten für Datenschutz nicht so, sie bewertet die Geräte nur kritisch. Doch das reicht nicht aus, der technologische Fortschritt lässt sich nicht stoppen, sondern muss geregelt werden! Wie sagt Yoda in Star Wars? „Tue es oder tue es nicht. Es gibt kein Versuchen.“

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