Amazon, was kommt denn noch? Luftschiff-Warenlager und eigene Modekollektion – ein uneinholbarer Vorsprung?

Und schon wieder schafft es der Amazon Gründer Jeff Bezos weltweit in die Schlagzeilen. Mit immer gewagteren futuristischen Ideen lässt Amazon sowohl der digitalen Welt als auch den stationären Läden keine Ruhe. Während der Handel noch zufrieden auf sein Weihnachtsgeschäft schaut, plant der Onlineriese die nächsten bahnbrechenden Entwicklungen.

 

Von den Kickstarter-Modellen zur eigenen Kollektion

Um seine Sortimentsbreite und -tiefe zu erweitern, initiierte #Amazon 2016 ein sogenanntes Launchpad-Programm für Start-Ups – das Sprungbrett für Innovationen. Dabei nutzte der Konzern unter anderem die Finanzierungsplattform Kickstarter. Ein wichtiger Schritt in der Strategie, um sich von den Wettbewerben zu differenzieren und gleichzeitig innovative Jungunternehmer zu unterstützen.

Die Kickstarter Collection umfasst Produkte aus den Bereichen Elektronik, kabellose Accessoires, Haus & Küche, Bücher, Film & Fernsehen sowie Spielzeug & Spiele.

Interessant ist es für die Start-Ups deshalb, weil sie im Bereich der Markenentwicklung nicht nur ihre Produkte vorstellen können, sondern auch Hintergrundinformationen geben können. Über die Amazon Plattform kommen sie leicht an neue Kunden und partizipieren von der weltweiten Spitzenlogistik. Ausgesucht werden die Start-Ups von einem eigenen Amazon Team nach festgelegten Kriterien.

Der nächste taktische Schritt ist nun die Entwicklung von Eigenmarken im Bereich der Mode. Welche Strategie verfolgt der Konzern damit?

Modeumsatz entspricht dem von Zalando

Der Modeumsatz von Amazon entspricht in Euro ungefähr dem von Zalando. Das Geschäft über alle Unternehmensbereiche ist jedoch für Jeff Bezos defizitär. Der Quartalsverlust wurde im dritten Quartal 2016 immerhin von 189 auf 135 Millionen Dollar gesenkt, damit kann das Unternehmen jedoch nicht zufrieden sein.

Was also steckt dahinter? Schon seit der Einführung von Amazon Prime 2005 in den USA werden den Mitgliedern immer wieder innovative Dienstleistungen und Produkte geboten. Der Mitgliedsbeitrag von ursprünglich 29 Euro, dann 49 Euro soll nun im Jahr 2017 auf 69 Euro angehoben werden. Dafür bekommt der Kunde eine große Anzahl von Bestellungen am nächsten Tag ohne Aufpreis geliefert, früheren Zugang zu Angeboten, kostenloses Streaming einer unbegrenzten Anzahl von Videos und über 2 Millionen Songs.

Buttoned Down ist der Start zu einer ganzen Produktpalette

Nun also eine Kollektion von Herrenhemden mit dem Namen Buttoned Down mit 72 Größenkombinationen – ein Produkt, dass gerne online bestellt wird. Zusätzlich ist die Qualität (die Hemden werden aus Supima Baumwolle hergestellt) sehr hochwertig, weich und atmungsaktiv. Die Herkunft des Materials passt gleichzeitig in die Strategie der neuen amerikanischen Regierung unter Donald #Trump, denn diese Baumwolle wird nur Texas oder Kalifornien angebaut.

Die Kollektion ist nur für Amazon Prime Kunden zu erwerben, der Preis ist unschlagbar: 39 Dollar pro Hemd. Natürlich gibt es die Zufriedenheitsgarantie und den Umtausch ohne Wenn und Aber. Alle Prime Kunden können sich freuen, denn in Zukunft soll die Produktpalette um Kleider, Hosen, Sport-Shirts und Pullover erweitert werden. Und so wird die Bindung der Amazon Prime Kunden noch stärker forciert. Für die Lieferung hat sich Amazon weitere neue Möglichkeiten ausgedacht.

Lieferung durch schwebende Warenhäuser

Nein, das hier ist kein Science Fiction Roman! Wir reden über Amazon, ein US-Unternehmen mit über 100 Milliarden Dollar Umsatz und über 300.000 Beschäftigten – dem Innovationstreiber im Online-Handel. Jeff Bezos hat ein Patent angemeldet für Warenhaus-Luftschiffe, von denen dann Drohnen die Auslieferungen vornehmen. Die Logistik war schon immer eine der Kernkompetenzen des Konzernriesen – zumal Jeff Bezos nicht nur technikbegeistert ist, sondern auch noch ein Faible für die Luft- und Raumschifffahrt hat!

Das Warenhaus-Luftschiff soll 14 Kilometer über der Lieferregion schweben. Der gesamte Prozess von der Bestellung bis zur Lieferung erfolgt dann nur noch computergesteuert. Eingesetzt werden sollen diese Luftschiffe hauptsächlich in Gebieten mit sehr großer Nachfrage. Von dort liefern dann die Drohnen bis vor die Haustür aus. Als Beispiel in der Patentschrift nannte Amazon ein Football-Spiel, mit starker Nachfrage nach Sportutensilien und Verpflegung.

Damit ist ein weiterer Meilenstein in der Logistik-Strategie des Unternehmens erreicht: Die Auslieferung „innerhalb von Minuten nach Abgabe einer Bestellung“, so Amazon.

Und wieder einmal überrascht der Konzern den Markt und die Politik. Er ist bekannt dafür, dass seine Innovationen eher im Verborgenen entwickelt werden. So soll angeblich diese Patentanmeldung schon vor längerer Zeit erfolgt sein. Der Markt muss sich nun überlegen, mit welchen Strategien er gegen eine solche Übermacht ankämpfen kann. Die Politik – zum Beispiel die Zulassungsbehörden – ist aufgefordert, das Sicherheitsrisiko einzuschätzen und eventuelle Gesetze und Genehmigungen zu erlassen. Wie lange wollen denn Konkurrenten und Politiker noch Getriebene sein? Es könnte eine Forderung der Politik sein, sich frühzeitiger einbinden zu lassen, um die notwendigen Voraussetzungen für derartigen Innovationen zu schaffen. Denn sonst wird der Vorsprung dieses Konzernriesen uneinholbar und die Forderungen immer weniger realisierbar.

Das Vertrauen der amerikanischen Konsumenten in Amazon ist fast grenzenlos. Laut der Umfrage von bloomreach suchen 55 Prozent der US-Internet-Nutzer ohne Umwege über die Google-Suche direkt auf amazon.com ihr Produkt. Und deshalb ist das auch für Google ein Problem, denn sie verdienen ihr Geld mit Online-Werbung! Wie sagte der Rewe-Chef Alain Caparros über Amazon vor ein paar Tagen: Wir müssen uns warm anziehen!

Bildquelle: Colourbox ID #3376333

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