25 Prozent Marktanteil- Angst fressen Handel auf!

#Amazon – ein Gigant mit 95 Milliarden Euro weltweitem Umsatz. Das ist mehr als Rewe, Otto, dm und C&A zusammen und entspricht im deutschen Online-Bereich einem Marktanteil von 25%.

Der gesamte deutsche Handel schaut fasziniert zu, wie Amazon sich ihre #Marktanteile einverleibt. Dabei geht es Amazon nicht nur um die einzelnen Handelsfelder wie #Lebensmittel, #Bücher, #Elektronik, #Bekleidung. Vielmehr ist der Handelsriese an der gesamten Wertschöpfungskette interessiert.

Über Jahre hat Amazon u.a. mit #Collaborative Filtering seine Marke aufgebaut. Collaborative Filtering ist das Empfehlungssystem, bei dem in der Datenbank nach Nutzern mit ähnlichen Präferenzen gesucht wird und gleichzeitig erhoben wird, welche Produkte sie gekauft haben. Die am stärksten nachgefragten Artikel werden als Kaufempfehlung dargestellt. So bleibt der Kunde länger auf der Seite – die internen Links steigern Pageviews und damit die Reichweite, die zusätzlich vermarktet werden kann.

Da die Logistik innerhalb der #Wertschöpfungskette im Online-Handel eine Schlüsselrolle einnimmt, betreibt Amazon – im Gegensatz zu anderen Händlern – dieses Marktfeld selbst. Schon ist von einer eigenen Flugzeugflotte, Versuchen mit Zustelldrohnen etc. die Rede.

Doch auch damit gibt sich der Bezos-Konzern nicht zufrieden: er setzt zu Beginn des #ValueChain an mit eigenen Produkten wie dem Kindle aber auch eigenen TV-Serien (momentan noch für den US-Markt) und Modesendungen wie „Fashion Fund“. Der nächste Schritt sind logischerweise eigene Mode-Labels.

Der deutsche Handel beobachtet diese Entwicklung mit Sorge. Ja – er beobachtet und versucht mit #Kartellverfahren dagegen vorzugehen (bisher erfolglos). Aber ist das der richtige Weg? Wollen sich die deutschen Händler gegenseitig weiter bekriegen (wie z.B. Rewe und Tengelmann)? Das spielt Giganten wie Amazon in die Karten!

Die Lösung wäre eine deutschlandweite Kooperation aller Händler (wie #dm, #Otto, #Rewe, #C&A), um dieser exzellenten Strategie auch großvolumige Investitionen entgegensetzen zu können. Oder will der deutsche Handel weiter jammern und auf Mikroebene wie z.B. im Lebensmittelbereich eigene Versuchsfelder für Lieferservice etc. aufmachen? Die Befürchtung liegt nahe, da jetzt alle wie hypnotisiert darauf warten, dass Amazon Fresh mit der Lieferung von Lebensmitteln in Deutschland startet.

Jeder den Platzhirschen (wie Edeka, Rewe, #Lidl, #Aldi) abgejagte Prozentpunkt spült Amazon 1,7 Milliarden Euro in die Kasse. Wo sind die innovativen Handelsmanager, die u.a. dafür bezahlt werden, zukunftssichernde Konzepte nicht nur zu erarbeiten, sondern auch umzusetzen.

Oder wird in den Konzernzentralen über eine Kooperation mit Amazon nachgedacht? Das wäre fatal – denn das Einzige woran die Amerikaner interessiert sind, ist das Wissen über den komplizierten deutschen Handel und seine Kunden. Vielleicht haben die Händler ja auch schon angesichts der drohenden Dominanz resigniert. Denn mit Amazon Prime ist ein weiterer Coup gelungen – das Portfolio aus günstigen Medieninhalten (incl. einem E-Book pro Monat kostenlos), dem gesamten Sortiment und einer privilegierten Zustellung.

Dabei erhält das Unternehmen Informationen über seine Kunden, die auch der Kundenkartenbetreiber #Payback nicht liefern kann. Ein Kundenbindungsinstrument, das seinesgleichen sucht! Wer von den deutschen Händlern hat den Mut, einen einmaligen Vorstoß zu wagen? Oder ist der Respekt bzw. die Angst so groß, dass man fragen muss          -frei nach Rainer Werner Fassbinder- Angst fressen Handel auf?

Die möglichen Beteiligten müssen sich beeilen, denn Amazon steht zwar am Anfang seiner #Expansion. Allerdings steht der Satz des Gründers Jeff Bezos im Raum: „Unser Ziel besteht darin, schnell zu sein, um unsere Marktposition zu stärken und auszubauen….“ – dieser Satz stammt von 1997!

 

Bildquelle: Colourbox ID# 2644028

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Ein Gedanke zu „25 Prozent Marktanteil- Angst fressen Handel auf!

  1. Man hat den Eindruck, dass die Chef-Etagen der deutschen Handels-Konzerne nicht konzeptionell denken, sondern sich nur mit kurzfristigen Aktionen einen Vorteil bei ihren aufsichtsgremien verschaffen wollen. So droht bald ein weiterer Fall „schlecker“, wenn der derzeitige Kleinkrieg im Handel weitergeht. Merke: Hochmut kommt vor dem Fall!

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