4,2 Milliarden User: Sorgen Chatbots für den AppSturz?

Laut dem Marktforschungsinstitut The Radicati Group werden in 4 Jahren 4,2 Milliarden Menschen Chatdienste wie Facebook Messenger, WhatsApp oder WeChat nutzen. Um die User Journey besser zu analysieren und die Interaktion mit dem Nutzer zu verbessern, sorgen in den Messenger-Diensten sogenannte Bots (Roboter) dafür, dass #Apps und #Suchmaschinen in Zukunft überflüssig werden. Denn wir werden über Chatbots in Zukunft einkaufen, bezahlen, Wetter abfragen usw. usw. – ein unerschöpfliches Potenzial für das Marketing! Ist der AppSturz aufzuhalten und haben die Mobile Messaging Plattformen schon ein Geschäftsmodell?

Bots kennen wir eigentlich schon lange – die Büroklammer „Clippy“ von Microsoft als kleines Helferlein – nach heutigem Standard eher rudimentär und nicht lernfähig. Mit #Siri und #Cortana wurde hier schon die nächste Stufe erreicht, sie sind jedoch erst der Anfang.

Am Beispiel WeChat von Tencent mit 650 Millionen aktiven Usern (im eigenen Land) wird klar, wohin die Reise geht. Übrigens ist #Tencent der zweitgrößte #GamePublisher der Welt. Er weiß also genau, wie Echtzeit-Interaktion mit Nutzern funktioniert! Aus diesem Grunde werde ich hier auch nicht auf einzelne Bots eingehen, die in dieser Liga (noch) nicht mitspielen wie zB. Meekan, Kasisto , CNN-Bot, Poncho etc.

  1. Bei #WeChat kann man sowohl Bild-, Video und Text-Nachrichten empfangen und versenden, in #OnlineShops stöbern, mobil bezahlen, Spiele installieren, Taxis buchen (21 Millionen Taxifahrten in einem Monat) und viele andere Dinge mehr. Damit macht sich WeChat für den Alltag unentbehrlich.
  2. Zusätzlich gibt es die sogenannten „Brand Accounts“! Einer der ersten Partner war McDonalds, inzwischen gibt es etwa 9 Millionen solcher #BrandAccounts mit Marken wie z.B. #Adidas, #Nike, #Starbucks, #Pepsi und #Mercedes Benz. Mit der #API von WeChat hat der User jede Menge Entscheidungsfreiheiten und erhält exclusive und individuelle Inhalte, Rabatte, Bilder – eine perfekte persönliche Ansprache innerhalb einer kreativen Markenkommunikation.

Als kreatives Beispiel sei hier Starbucks genannt, die jedem Nutzer einen Song schickten, der mit Emoticons beeinflussbar war. Die Stimmung des Liedes richtete sich dann nach der Art des ausgewählten Emojis – eine einfache, aber sehr wirkungsvolle Interaktion. Fazit: Nach einem Monat hatte Starbucks 62.000 WeChat-Follower.

Und da WeChat ja zu Tencent gehört, hat sich die Modemarke „Kate-Spade“ auch ein #Gamification Feature einfallen lassen: Zum traditionellen Laternen-Fest konnten Chinesen eigene digitale Laternen gestalten, fliegen lassen, Wünsche und Grüße schicken, Freunde einladen etc. Damit erhielt das Unternehmen wertvolle persönliche Informationen über die WeChat-Nutzer.

  1. WeChat hat ein klar strukturiertes Geschäftsmodell: #InstantChatting: für Text- und Bildnachrichten, Sprachnachrichten, kostenloses Telefonieren, Videoanrufe und Gruppchenchat-Funktionen. #PublicAccounts für Unternehmen, Medien, Organisationen und Personen des öffentlichen Lebens. Unterteilt in: Service-Accounts wo das Unternehmen an das Payment angeschlossen ist, hat aber nur 4 Nachrichten pro Monat zur Verfügung. Diese erscheinen jedoch im Mainfeed des Users. Subscription-Accounts (nur für Personen des öffentlichen Lebens) wo 1 Nachricht pro Tag versendet werden kann, allerdings landen sie nicht im Mainfeed. #CompanyAccounts für die interne Unternehmensorganisation wie z.B. Projektkoordination.#Moments für die Interaktion mit „Freunden“ – vergleichbar mit Facebook

Fazit: Die Zukunft sind personalisierte und automatisierte Services. ChatBots werden eigene Plattformen – sozusagen #OneStopApps und dringen in immer mehr Strukturen und Geschäftsfelder ein! WeChat bietet z.B. #EGovernment Funktionen an wie Beantragung von Führerscheinen, Berichte zur Verkehrslage, Einsehen von Schülerzeugnissen. #Bankgeschäfte werden ebenfalls über WeChat abgewickelt.

Die nächste Generation der mobilen Nutzung löst die ursprünglichen Apps ab. Ist WeChat uneinholbar und verlieren der #Facebook Messenger, #Kik oder #LINE Marktanteile? Und wie weit ist das Marketing der Unternehmen in Deutschland und Europa gegenüber solchen Konkurrenten gerüstet? Es könnte sein, dass der AppSturz nicht nur den mobilen Bereich betrifft.

Bildquelle: Colourbox ID# 6946168

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Ein Gedanke zu „4,2 Milliarden User: Sorgen Chatbots für den AppSturz?

  1. Die Welt der Medien ist so schnelllebig, dass man kaum noch nachkommt. Danke für die informativen und (jedenfalls für mich noch ganz knapp) verständlichen Beiträge. Ich bin schon gespannt, welche Trends ich in den nächsten Beiträgen kennenlernen darf!

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